Allergietest in der Nase (sog. nasaler Allergen- oder „Provokations“-Test“, NPT)

Der NPT dient zur Bestätigung oder zum tatsächlichen Ausschluss zweifelhafter oder negativer Allergietestergebnisse an der Haut (z.B. mittels eines sog. Prick-Tests) und / oder im Blut (sog. RAST oder EAST, Radio- bzw. Enzyme-Allergo-Sorbent-Test zur quantitativen Bestimmung von allergen-spezifischen Antikörpern der IgE-Klasse in menschlichem Serum oder Plasma) bei gleichzeitiger allergietypischer bzw. –verdächtiger Krankengeschichte (z.B. morgendliche Niesattacken bei Verdacht auf Hausstaubmilbenallergie). 

 

Dieser standardisierte nasale Test kann mit fast allen sog. Sofort-Typ (Typ 1)-Allergenen durchgeführt werden, v.a. bei sog. ganzjährigen Allergieformen wie Hausstaubmilben, Tierhaaren oder Schimmelpilzen, aber auch vor Anschaffung von Haustieren mit einer 2-3 Tage vor Testtermin abgegebenen Tierhaarprobe in der Praxis zur Aufbereitung für die Tests. Bei speziellen Fragestellungen können auch Reizstoffe aus der Umgebung bzw. Umwelt oder Medikamente (z.B. Acetylsalicylat, Aspirin®) so getestet werden.

 

Nach Leitlinienvorgabe kann pro Allergen nur ein Testtermin an einem Tag veranschlagt werden und zwischen den Testterminen muss mindestens ein Tag ohne Testung liegen, um Fehlmessungen am jeweiligen Folgetermin zu vermeiden, da es in seltenen Fällen auch nach Verlassen der Praxis zu einer zeitverzögerten allergischen Reaktion z.B. einer zeitweisen Nasenschleimhautschwellung kommen kann. 

 

Testprinzip

Einbringung einer standardisierten, zunächst niedrig-konzentrierten, bei negativem Testausgang in einer standardisierten, höher-konzentrierten wässrigen Allergen-Lösung in die Nase und nach einer Einwirkzeit Messung des Luftstroms durch die Nase mit einer sog. Rhinomanometrie zur Feststellung einer möglichen prozentualen Abnahme des Luftstroms um 40% oder mehr als Zeichen einer positiven, allergisch-entzündlichen Schwellungsreaktion der Nasenschleimhaut auf das jeweilig untersuchte Allergen im Vergleich zu einer Rhinomanometrie vor Allergeneinbringung (sog. Leermessung). 

 

Zeitaufwand

  • Der maximale ungefähre Zeitaufwand liegt bei der 1. Allergen- inklusive der Kochsalzvortestung bei ca. 60-75 Minuten und ab der der 2. Allergentestung bei ca. 45-50 Minuten.
  • Bitte planen Sie nach der letzten Allergentestreihe für die Besprechung aller Testergebnisse und evtl. auch von individuellen Therapiemaßnahmen mit dem Arzt noch Zeit ein.
  • Auch wenn wir bemüht sind, dem leitlinienausgerichteten, standardisierten Ablauf möglichst strikt zeitlich zu folgen, gestehen Sie uns bitte zwischen den einzelnen Messschritten ein gewisses zusätzliches Zeitfenster zu, da sich der Beginn der Testschritte je nach Praxisaufkommen und damit Einbindung der auch Sie verorgenden Hände etwas verzögern kann. 

 

Testablauf 

  1. Nach Eintreffen in der Praxis 15 Min. Wartezeit zur Gewöhnung der Nase an die Praxisraumtemperatur zur Vermeidung von Fehlmessungen temperaturbedingter Nasenschleimhautschwellungen
  2. Erster Rhinomanometrie-Durchgang (sog. Leermessung zur Bestimmung der besser belüfteten Nasenseite am Testtag; Dauer: 5 Minuten)
  3. Einmalig und unabhängig von der Anzahl der zu testenden Allergene Testung der Nasenschleimhautreaktion auf die Besprühung mit einer wässrigen Kochsalzlösung (NaCl) in der Konzentration des NaCl im menschlichen Körper (sog. physiologische Kochsalzlösung, NaCl 0,9%) zum Ausschluss einer Nasenschleimhautschwellung aus rein mechanischen Gründen einer Besprühung und damit Ermittlung, ob die weiteren, mit den Allergenen geplanten Tests mit einem Nasenspray durch die Arzthelferin oder in Tropfenform mittels einer sehr feinen Pipette. Danach Einwirkzeit von 10 Minuten.
  4. Folge-Rhinomanometrie-Durchgang zur Nachmessung und anschließender Einbringung des Allergens in die Nase zunächst in einer standardisierten niedrigen Konzentration. Bei negativer Reaktion auf die eingangs getestete 0,9%ige NaCl-Lösung Besprühung der Nasenschleimhaut durch die Arzthelferin, bei positiver Reaktion tropfenförmige Einbringung durch Dr. Günther unter mikroskopischer Kontrolle in die Nase mittels einer sehr dünnen Pipette. Danach erneute Einwirkzeit von 10 Minuten.
  5. Folge-Rhinomanometrie-Durchgang zur Nachmessung der Reaktion auf das niedrig konzentrierte Allergen. Bei positivem Ausgang (= > 40%ige Luftpassageabnahme und damit Nachweis einer sensibilisierten, allergischen Reaktion) Testende für diesen Tag. Bei negativem Testausgang erneute Testung mit einer standardisierten höher-konzentrierten Allergenlösung. Danach erneute Einwirkzeit von 10 Minuten.
  6. Letzte Rhinomanometrie-Nachmessung zur Aufzeichnung der Reaktion auf das höher konzentrierte Allergen. Bei ausbleibenden Nebenwirkungen anschließendes Verlassen der Praxis oder Endbesprechung der Befunde und evtl. Therapiemaßnamen mit Dr. Günther. 

Auch wenn wir bemüht sind, dem leitlinienausgerichteten, standardisierten Ablauf möglichst strikt zeitlich zu folgen, gestehen Sie uns bitte zwischen den einzelnen Messschritten eine gewisses zusätzliches Zeitfenster zu, da sich der Beginn der Testschritte je nach Praxisaufkommen etwas verzögern kann. 

 

 

Mündliche und schriftliche Aufklärung durch den Arzt und Einverständniserklärung

Diese abgebildete Information ergänzt, aber ersetzt nicht die in Ihrer Gegenwart stattfindende mündliche Aufklärung durch den Arzt, die Besprechung und Aushändigung eines von Ihnen danach in Ruhe durchzulesenden und auszufüllenden Aufklärungsformulars sowie die von Ihnen für sich, Ihr Kind oder Ihre Betreuungsperson zu unterschreibende Testzustimmung (Einverständniserklärung). Dazwischen liegt eine sog. angespasste Bedenkzeit, in der Sie sich vor der Zustimmung zum oder Ablehnung des Test(s) alles in Ruhe überlegen können und sollen. 

 

Bitte beachten Sie, dass daraus folgt, dass bei Ihrer Erstvorstellung in der Praxis noch kein nasaler Provokationstest durchgeführt wird, sonderm erst zu einem Folgetermin! 


Anrufen

E-Mail

Anfahrt